Der Baum

Schaut man sich einmal genauer dieses Meisterwerk der Natur an, könnte man fast den Schlüssel zum Leben finden. Nicht zum ewigen, nein zum jetzigen Leben. Ich spreche vom Baum, der bei Wind und Wetter trotz vieler Widrigkeiten ausharrt und das beste daraus macht. Er steht bei Wind und Wetter und nichts scheint ihn anhaben zu können. Tief in das Erdreich reichen seine Wurzel und dicht unter der Erdoberfläche bildet er ein Netz aus Würzelchen.
Er passt sich den Jahreszeiten an und bereits im Winter sind einige Knospen zu sehen die im Frühjahr zeigen was in ihnen steckt und schon bald sind die Äste des Baumes voll mit grünen Blättern die, die nackten Äste anziehen wie wir unsere Kleider. Zum Schutz hat der Baum eine Rinde, wie wir unsere Sachen bietet sie ihm Schutz.
Im Sommer steht unser Baum in voller Blüte und im Herbst schickt er seine Kinder hinaus in die Welt, auf das sie die Welt bevölkern, wie einst es Gott von uns gewünscht hatte.
Auch kann ein Baum Geschichten erzählen, zwar erst nach seinen Tod, aber er kann es, anhand seiner Jahresringe kann man sehen wie alt er geworden ist, was für Umwelteinflüsse er ausgesetzt war. So sieht man wann er einem Feuer oder eine Dürre überstanden hat.
Bäume atmen wie wir, Bäume ernähren sich wie wir, zwar auf eine andere Art und Weise aber sie tun es. Wie kann ein Baum uns aber zeigen wie man richtig lebt ?
Je weiter er von uns Menschen wächst um so gesünder, kräftiger ist er und er wird sehr alt. Wenn er in unserer Nähe wächst, stirbt er schnell.
Menschen verseuchen das Wasser das sie trinken, vergiften das Essen was sie essen und verschmutzen die Luft die sie atmen, das alles macht uns Menschen und auch unseren Baum krank und wie wir wird, er sterben. Ein Baum weit weg von uns Menschen, atmet saubere Luft, ernährt sich von reinen Nährstoffen, frei von allem Gift.
Unser Baum durchlebt so viele Sommer und Winter und wächst und gedeiht und ist bei bester Gesundheit, wir aber werden krank und sterben jung, weit früher als es unsere biologische Uhr verlangt hätte.
So können wir lernen von jenem Baum der weit weg von uns unvernünftigen, sich selbst liebenden Menschen steht.
Die Natur lebt es uns vor und wir brauchen es ihr nur gleich zu tun und wir finden den Schlüssel zum Leben, nicht zum ewigen aber zu einem erfüllten, gesunden und vor allem längeren Leben.
Die Natur braucht uns nicht, aber wir die Natur und doch zerstören wir sie systematisch immer mehr und sehen nicht, das wir unser Todesurteil damit unterschreiben. Wir sind scheinbar nicht lernfähig und haben nichts anderes somit verdient als den Tod.

 

 

 

 

 

© Yvette Klaus-Thiede